Das Heft in die Hand nehmen

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Ich bin sehr froh, dass sich Daniel Barth (ehem. Leiter KJPD) zu Wort gemeldet hat und eine ungeschönte Version der IST-Situation wiedergibt. Fakt ist, dass sich die Zahl der psychischen Probleme und der Suizidversuche bei Kindern und Jugendlichen drastisch zugenommen haben. Bereits im Jahr 2016 stelle man anlässlich einer Studie vom Bund fest, dass in der psychiatrischen und psychotherapeutischen Grundversorgung von Kindern und Jugendlichen von einer deutlichen Unterversorgung ausgegangen werden muss, das Szenario ist heute Realität. Die soH hat durch die Schliessung der KJPK Solothurn, diesen Umstand noch beschleunigt und eine Lücke bei der Ausbildung von Fachpersonal hinterlassen. Allgemein kann in unserem Kanton wie auch schweizweit festgehalten werden, dass ein Fachkräftemangel vorherrscht sowie zu wenig verfügbare Plätze vorhanden sind. Praxen der ambulanten arbeitenden Kinderpsychiater sind zum Bersten voll und Wartezeiten von einem halben Jahr sind die Regel. Laut Daniel Barth ist die Arbeit in Tageskliniken und der aufsuchenden Arbeit besonders anspruchsvoll und wird oft unterschätzt. Die aufsuchende Equipe entfaltet nämlich nur optimale Wirkung, wenn sie aus erfahrenen Fachkräften besteht, von welchen es zu wenige auf dem Markt gibt. Und genau diese Angebote sind zurzeit in unserem Kanton im Aufbau! Entweder man überlässt dem Prinzip Hoffnung das Feld oder man nimmt als Kantonspolitiker das Heft in die Hand. Aus diesem Grund habe ich den Auftrag der SP im Kantonsrat unterschrieben, welcher eine Standesinitiative zur Versorgungssicherheit der Kinder- und Jugendpsychiatrie fordert!

Leserbrief: Grenchner Tagblatt | 30.03.2022 | M. Meier–Moreno